PFARRGEMEINDE NIEDERVIEHBACH
HISTORISCHES TEIL II (1847 – 1914)
Historisches Teil II (1847 – 1914)
Teil II 1847-1913
In dieser Zeit war die Pfarrgemeinde sehr eng mit dem Kloster verknüpft, sowohl im gemeinsamen Gotteshaus als auch dass das Erdgeschoß des Pfarrhofes gelegentlich vom Kloster mit genutzt wurde. Das 1. Geschoß des Pfarrhofes war mit einem Gang direkt mit dem Klosterbau verbunden. Das Erdgeschoss wurde ausschließlich von den Klosterschwestern genutzt. Dieses musste später an den Ortspfarrer abgetreten werden und war für das Kloster nicht käuflich.
1840-1852 Pfarrer Fehlner
1847
20.10. Feierlicher Gottesdienst mit Übergabe der Kirche an die Dominikanerinnen. Als staatlicher Vertreter war der Landrichter aus Dingolfing vertreten. Von kirchlicher Seite waren HH. Pfarrer Fehlner (bischöflicher Kommisiär und Beichtvater des Klosters) und Bischof Valentin v. Riedl zugegen
1848
wurde der Kreuzweg, der noch von den Augustinerinnen stammte vom Franziskanerpater Joachim, Guardian aus Landshut, geweiht und mit Ablässen belegt.
Ein vorhandenes Messgewand wurde erneuert. Die Kosten trug H. Pfarrer Stopfinger aus Oberviehbach
25.04. Dorfpolizist Martin Attenberger hat beim Bittgang nach Dreifaltigkeitsberg (bei Rimbach) für die Schulkinder die Ordnung hergestellt (Polizeibuch 1848)
1852 – 1869 Pfarrer Michael Bauer
1852
Einrichtung eines Theaterzimmers in der Parterre des jetzigen Pfarrhofes
Sept. Antrag auf Änderung des Pfarrhofes auf eigene Rechnung beim kgl. Bauamt gestellt
1853
Änderung des Chores und des Chorzuganges
Eine breite Stiege führte von der Kirche in den Chor und von dort zur Orgel. Diese wurde durch die heutige kleine Wendeltreppe außerhalb der Kirche ersetzt.
Der Winterchor wurde hergestellt. Vorher reichte er nur bis zu der Stelle, wo sich jetzt die Säulen befinden und das später für die Schwesternkirche verwendete Gitter schloss ihn nach der Kirche hin ab. Er wurde nun um einige Meter nach vorne hin erweitert, mit Gitter, Glasfenster und Chorstühlen. Der Winterchor war zum Sommerchor hin frei.
1854
Vergrößerung und Renovierung der Orgel durch den Landshuter Orgelbauer Ehrlich
23.03. Gründung des Johannes Zweigvereins Niederviehbach (Speisung u. Unterstützung bedürftiger Nvb Kinder) (Privaturkunden Nr. 67)
Dionys Fink I. Cooperator, G. Loichinger II. Cooperator, M. A. Zeitler Köchin des Pfarrhofes (Privaturkunden 67)
1857
Besuch des Bischofs Valentin, der bereits von einer schweren Krankheit gezeichnet war.
Schreiben Kath. Pfarramt Nvb u. des Pfarrvorstandes wg. Eingang der Mädchenschule (Privaturkunden Nr. 39)
Renovierung der Altäre der Weltkirche und Neufassung der Statue der Himmelskönigin, welche um 1900 die Südseite des Sommerchores zierte
Georg Steil, II. Cooperator (Privaturkunden Nr. 67)
1858
03.06. Unterhaltung der Pfarrhofwasserleitung (Klosterquelle, außerdem Speisung des Schweinestalles und der Schweineküche) (Privaturkunden Nr. 71)
30.10.58 Brunnmeister Perzl, 1859 Brunnmeister Arnold)
Juni Priminz des Andreas Niedermeier aus Talham
Der Lohn eines Cooperators beträgt 200 fl/Jahr
1859
Entfernung des hölzernen Ganges auf der Nordseite der Kirche und Errichtung eines Kreuzganges
Die Dorfschule (für Mädchen) wurde ins Apothekergebäude des Klosters verlegt, da das alte Krankenhaus der Augustinerinnen abgebrochen wurde
1860
Mitglieder des Johannes Zweigvereins Nvb: u.a. Pfarrer Bauer, Cooperatoren Schuder, Johann Paul Scheidenschwarz (Privaturkunden Nr. 67)
1861
29.04. Feierliche Consegrierung des Hochaltares durch H. Bischof Ignatius
30.04. Spendung der Firmung durch H. Bischof Ignatius an 156 Firmlinge
1863
Kloster wurde selbständig. Früher war es eine Filiale des Klosters zum Hl. Kreuz in Regensburg. Die dem Kloster vom Staat überlassenen alten Klostergebäude wurden von diesem nach und nachkäuflich erworben
1863
Beerdigung des Gutsbesitzers Aloys v. Streber durch Pfarrer Bauer (Rechnung Privaturkunde Nr. 45)
1865
Schenkung v. 500 fl des Pfarrer Bauer für die Armenstiftung Nvb unter Pfleger Irber (300 fl Schuldschein v. Peter Huber mit 4 % Zinssatz u. 200 fl in bar) (Privaturkunden Nr. 46)
1866
Der Pfarrer Bauer kaufte der Kirche zu Niederviehbach eine schwere Glocke um 400 fl. Sie sollte seinen Tod der Gemeinde anzeigen.
Die Kosten für die Verstärkung und Erneuerung des Turmes betrugen 750 fl
Prozess v. Streber gegen die Gemeinde Niederviehbach wegen der Unterhaltung der Kirchenstiege (Privaturkunden Nr. 39)
Neue Kirchenuhr am Pfarrhaus: Fa. Manhard aus München
Reparaturen Pfarrhof, Kirche, Schul- und Mesnerhaus
1867
Zwischen Klostergarten und Pfarrgarten wurde eine Mauer mit Gang errichtet
Die Konventmesse der Klosterschwestern soll ab diesem Zeitpunkt in der Schwesternkirche abgehalten werden, deshalb wurde diese hergerichtet
1869 – 1874 Pfarrer Josef Resch
1869
Seitdem das Kloster einen eigener Beichtvater hatte, musste der resignierte Pfarrer Michael Bauer den 2. Cooperator entbehren. Der 1. Cooperator versorgte die äussere Pfarrei .
Der alte Pfarrer musste alle Sonntage den Pfarrgottesdienst abhalten und an den Werktagen an der Knaben- und Mädchenschule die „Christenlehre“ durchführen.
Mai Beim Wechsel der Pfarrpfründeinhaber wollte das Kloster den Pfarrhof mit Nebengebäuden um 4000 fl nebst Beteiligung an Spanndienste beim Neubau eines Pfarrhofes erwerben. Es erfolgte eine Ablehnung.
1870
18.10. Neubesetzung der Beichtvaterstelle durch Jos. Nepomuk Zeindl, ehem. Pfarrer von Hundersdorf
24.10. Ersatzbeichtvater Michael Huber (bis 24. Mai 1871)
1871
24.05. Josef Füßl (Stadtcooperator v. Amberg)
1873
02.05. Spendung der Hl. Firmung durch Bischof Ignatius
Geldumstellung Gulden in Mark 1 fl = 2 M
1874
Pfarrer Reisch resignierte
08.04. Josef Füßl ehemaliger Beichtvater des Klosters wird 2. Cooperator
1874 – 1891 Pfarrer Josef Füßl
1876
09.05. Spendung der Hl. Firmung in der Pfarrkirche durch H. Bischof Ignatius
März 1. Cooperatorstelle wurde in eine Expositur Reichertsdorf umgewandelt. Früher musste täglich der 1. Cooperator den Weg von Niederviehbach nach Reichersdorf und zurück gehen.
1878
Bei der Verschönerung der Schwesternkirche wurde entdeckt, dass die Wände in früheren Zeiten mit farbigen bildlichen Darstellungen geschmückt waren.
1879
12.07. Spendung der Hl. Firmung durch H. Bischof Ignatius
24.05.Sterbetag des ehem. Pfarrer Bauer in Dingolfing
Wohltäter der Pfarrgemeinde Niederviehbach
– Anschaffung der Glocke
– Neues Hl. Grab für 200 fl
– einen Luster für 112 fl ( 50 fl eines anderen Wohltäters)
– Bild der Hl. Teresia, Spende an die Klosterfrauen
1880
16.07. Anschaffung der Herz-Jesu Statue und am 16. Juni in der Kirche geweiht
Josef Niedermeier, nach 25 Jahren Distriktschulinspektion nieder gelegt. Als Nachfolger wurde H. Georg Falk, Pfarrer in Reisbach eingesetzt.
1881
Bau des Abortes des Klosterpensionates anstelle des Hühnerhauses des Pfarrhofes vorgesehen. Die Verhandlungen mit dem Staat dauerten bis 1884
1884
Bau des Abortes. Als Entschädigung wurde ein Stück des Klostergartens an den Pfarrhof abgegeben. Ein früher erbauter Gang zwischen Kloster und Pfarrhof wurde abgebrochen und an neuer Stelle wieder aufgebaut.
22.06. Spendung der Hl. Firmung
Von H. Zeitlmeier wurde ein metallvergoldetes Altarkreuz, 1 Lampe, 1 Altarteppich, 2 kleine Statuen der seligsten Jungfrau und für das Krankenzimmer im Kloster ein neugotischen Altar und Lehnsessel und weiterhin noch eine Lourdes-Muttergottes gestiftet.
Ab diesem Jahr blieb die Cooperatorstelle wegen Priestermangel unbesetzt
Es wurden die Kirchenstühle vom Schreiner Aigner zum Preis von 2160 M hergestellt.
Errichtung eines neuen Friedhofes (Kinderfriedhof) im oberen Teil des Schulgartens (Privaturkunden Nr. 65)
1885
Spendung des Sakramentes der Firmung
1887
Ausmalung der Pfarrkirche, vom 16. Aug. bis Mitte Sept. stand Gerüst in der Kirche. Die Arbeiten im Chor hatte das Kloster zu bezahlen .
Bei der Reinigung der Seitenwände des Sommerchores fand man zweimal übertünchte Fresken. Das mittlere Bild auf der Evangelienseite zwischen dem 1. und 2. Chorfenster zeigte in Farbe 2 Persönlichkeiten in Augustinerordenskleider (vielleicht St. Augustin und St. Monika). Über den Figuren fand man Teile eines hl. Scheines, eventuell von einem Maria Trost-Bild. Darunter auf zwei Bildfenstern kniende Klosterfrauen.
Später wurden diese Fresken mit grauer Farbe, Sandsteinimitation, und eingezeichneten weißen Mörtelfugen übermalt.
1887
Einrichtung des fließenden Wassers in das Kloster und eventuell auch in den Pfarrhof (durch Schlossermeister Gehrer aus Landshut)
1888
Spendung der Firmung in Niederviehbach durch Bischof Ignatius für die Pfarreien Niederviehbach, Oberviehbach, Veitsbuch, Hüttenkofen und Oberaichbach
1890
starb prakt. Arzt Dr. Xaver Gierl
16.06. Eröffnung der Postexpedition in Niederviehbach für Angersdorf, Bergstorf, Buttenbach, Eschlbach, Goldern, Hörglkofen, Gummering, Hüttenkofen, Lichtensee, Niederviehbach, Niederviehbacherau, Oberviehbach, Wieselsberg, Walperstetten und Süßbach
Sept. große Überschwemmung
03.11. Neuer Arzt Dr. Putscher
1891 – 1900 Pfarrer Albert Reichenwallner
1891
21.06. Am Feste des Hl. Aloisius wurde ein großer Teil der Zöglinge in die Marianische Kongrgation aufgenommen (= 300. Jubiläum des Patrons der Jugend)
Am Fest der Maria Heimsuchung Firmung in Niederviehbach
04.07. Weihe der Filialkirche in Reichersdorf
22.07. Priminzfeier des Mathias Hau, der Ende August nach Amerika ging
Herbst Wechsel der Beichtvaterstelle, da Pfarrer Sebastian Trümmer krank wurde
Neuer Beichtvater Dr. Kumpfmüller, Pfarrer in Loiching
20.10. Pfarrer Füßl wechselte in die Pfarrei Sünching
21.10.Neuer Pfarrer Adalbert Reichenwallner
29.11. Installation des neuen Pfarrers durch Dekan Buchner mit bekränzten Schulmädchen und Fahne des Kriegervereins (Dauer 3 Std.)
1892
Sept. Klosterfriedhofserweiterung
1893
26.02. Einweihung des Kreuzweges durch den Franziskanerpater aus Dingolfing
– Prozession mit Allerheiligsten und 14 hölzernen Kreuzen, getragen durch 7 Knaben mit weißen Schärpen und durch 7 Mädchen mit weißen Kleidern danach folgte die feierliche Benediktion der Kreuze und Stationen
– Die Kreuze waren aus Steinguß
– Kaufpreis von 2500 Mark aus Spenden
– Kloster spendete die 13. Station
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Für die Pfarrkirche wurde ein Baldachin für 575 Mark, 1 Rauchmantel 300 Mark, 2 Meßkleider (1 weiß mit Seidenstickerei – 80 Mark -, 1 schwarz mit Gold und Seide gestickt
29.10. Gemeinde- und Kirchenverwaltungswahlen
1894
30.05. Jubelprofessfeier der Schwester Amanda v. Schenk mit feierlichem Hochamt durch Hochw. H. Pfarrer und Klosterbeichtvater Adalbert Reichenwallner (Thema der Predigt: “Danket Gott allezeit für Alles“)
1897
Pläne und Finanzierung zur Erbauung eines neuen Kirchturms (an Kloster gescheitert)
Pfingstmontag große Überschwemmung
1898
Erbauung der Lourdes-Kapelle in das aufgelöste Beinhaus der Pfarrkirche durch Pfr. Reichenwallner. Es wurde durch Spenden eine Lourdes-Figur, ca. 60 cm groß angeschafft um den Preis von 96 Mark und mit dem Original in Lourdes berührt. Die Tuff-Steine wurden der Pfarrgemeinde vom Kloster geschenkt. Die Malerei und der Aufbau der Grotte wurden vom Maler Bräu ausgeführt und kostete 400 Mark.
Lourdes Grotte um 1930
1899
Einsetzen von eisernen Rohren für Kloster- und Bauhofwasserleitung
1900 – 1902 Pfarrer Schmucker
1902
Hagelschlag
1902 – 1921 Pfarrer Sebastian Allkofer
1903
neue Isarbrücke
1904
Erbauung der Lourdeskapelle (heute Grabmal Berengar – Zugang über Kirche)
1905
Errichtung der Zughaltestelle Niederviehbach
1907
wurde unter Michael Fischer (Klosterdirektor) das Kloster um den Lehrbau, der 1994 durch den heutigen Schulbau ersetzt wurde und vorher das alte Krankenhaus der Augustinerinnen gestanden hatte, erweitert
1908
elektrisches Licht im Kloster und Pfarrhof
1909
Notlandung des Zeppelin bei der Wastlmühle
1911
12.03. Festgottesdienst für den 90 jähr. Prinzregenten und anschließendem Festakte im Thurnerischen Gastaus (einschl. Speisung aller Schulkinder)
Thurner’sches Gasthaus vorne rechts
04.10. Instandsetzung der Pfarrkirche (Zuschuß 14000 DM v. Kultus-Etat – Zeitung-
1914
Ausbruch des 1. Weltkrieges
Quellenangaben:
Aufzeichnungen des Klosters
Unterlagen des Pfarrhofes (Aufzeichnungen, Vermerke der Pfarrherren)
Unterlagen Privatarchiv Girnghuber
Zusammengestellt: Johann Girnghuber
Stand 23.01.2017 (überarbeitet)