Teil II (1847 - 1913)

In dieser Zeit war die Pfarrgemeinde sehr eng mit dem Kloster verknüpft, sowohl im gemeinsamen Gotteshaus als auch dass das Erdgeschoß des Pfarrhofes gelegentlich vom Kloster mitgenutzt wurde. Das 1. Geschoß des Pfarrhofes war mit einem Gang direkt mit dem Klosterbau verbunden. Das Erdgeschoss wurde ausschließlich von den Klosterschwestern genutzt. Dieses musste später an den Ortspfarrer abgetreten werden und war für das Kloster nicht käuflich.


1840-1852 Pfarrer Fehlner


1847

(20.10.)
Feierlicher Gottesdienst mit Übergabe der Kirche an die Dominikanerinnen. Als staatlicher Vertreter war der Landrichter aus Dingolfing vertreten. Von kirchlicher Seite waren H. Pfarrer Fehlner (bischöflicher Kommisiär und Beichtvater des Klosters) und Bischof Valentin v. Riedl zugegen.


1848

... wurde der Kreuzweg, der noch von den Augustinerinnen stammte vom Franziskanerpater Joachim, Guardian aus Landshut, geweiht und mit Ablässen belegt.
Ein vorhandenes Messgewand wurde erneuert. Die Kosten trug H. Pfarrer Stopfinger aus Oberviehbach.

(25.04.)
Dorfpolizist Martin Attenberger hat beim Bittgang nach Dreifaltigkeitsberg (bei Rimbach) für die Schulkinder die Ordnung hergestellt (Polizeibuch 1848)


1852 - 1869 Pfarrer Michael Bauer


1852

Einrichtung eines Theaterzimmers in der Parterre des jetzigen Pfarrhofes.

(September)
Antrag auf Änderung des Pfarrhofes auf eigene Rechnung beim kgl. Bauamt gestellt


1853

Änderung des Chores und des Chorzuganges
Eine breite Stiege führte von der Kirche in den Chor und von dort zur Orgel. Diese wurde durch die heutige kleine Wendeltreppe außerhalb der Kirche ersetzt.
Der Winterchor wurde hergestellt. Vorher reichte er nur bis zu der Stelle, wo sich jetzt die Säulen befinden und das später für die Schwesternkirche verwendete Gitter schloss ihn nach der Kirche hin ab. Er wurde nun um einige Meter nach vorne hin erweitert, mit Gitter, Glasfenster und Chorstühlen. Der Winterchor war zum Sommerchor hin frei.


1854

Vergrößerung und Renovierung der Orgel durch den Landshuter Orgelbauer Ehrlich

(23.03.)
Gründung des Johannes Zweigvereins Niederviehbach (Speisung u. Unterstützung bedürftiger Niederviehbacher Kinder) (Privaturkunden Nr. 67)

Dionys Fink I. Cooperator, G. Loichinger II. Cooperator, M. A. Zeitler Köchin des Pfarrhofes (Privaturkunden 67)


1857

Besuch des Bischofs Valentin, der bereits von einer schweren Krankheit gezeichnet war.

Schreiben Kath. Pfarramt Niederviehbach und des Pfarrvorstandes wegen Eingang der Mädchenschule (Privaturkunden Nr. 39)

Renovierung der Altäre der Weltkirche und Neufassung der Statue der Himmelskönigin, welche um 1900 die Südseite des Sommerchores zierte

Georg Steil, II. Cooperator (Privaturkunden Nr. 67)


1858

(03.06.)
Unterhaltung der Pfarrhofwasserleitung (Klosterquelle, außerdem Speisung des Schweinestalles und der Schweineküche) (Privaturkunden Nr. 71)
(30.10.58 Brunnmeister Perzl, 1859 Brunnmeister Arnold)

(Juni)
Priminz des Andreas Niedermeier aus Talham

Der Lohn eines Cooperators beträgt 200 fl/Jahr


1859

Entfernung des hölzernen Ganges auf der Nordseite der Kirche und Errichtung eines Kreuzganges.
Die Dorfschule (für Mädchen) wurde ins Apothekergebäude des Klosters verlegt, da das alte Krankenhaus der Augustinerinnen abgebrochen wurde.


1860

Mitglieder des Johannes Zweigvereins Niederviehbach: u.a. Pfarrer Bauer, Cooperatoren Schuder, Johann Paul Scheidenschwarz (Privaturkunden Nr. 67)


1861

(29.04)
Feierliche Consegrierung des Hochaltares durch H. Bischof Ignatius

(30.04.)
Spendung der Firmung durch H. Bischof Ignatius an 156 Firmlinge


1863 Kloster wurde selbständig

Früher war es eine Filiale des Klosters zum Hl. Kreuz in Regensburg.
Die dem Kloster vom Staat überlassenen alten Klostergebäude wurden von diesem nach und nachkäuflich erworben.


1863

Beerdigung des Gutsbesitzers Aloys v. Streber durch Pfarrer Bauer (Rechnung Privaturkunde Nr. 45)


1865

Schenkung von 500 fl des Pfarrer Bauer für die Armenstiftung Niederviehbach unter Pfleger Irber (300 fl Schuldschein v. Peter Huber mit 4 % Zinssatz und 200 fl in bar) (Privaturkunden Nr. 46)


1866

Der Pfarrer Bauer kaufte der Kirche zu Niederviehbach eine schwere Glocke um 400 fl. Sie sollte seinen Tod der Gemeinde anzeigen.
Die Kosten für die Verstärkung und Erneuerung des Turmes betrugen 750 fl

Prozess v. Streber gg. die Gemeinde Niederviehbach wg. der Unterhaltung der Kirchenstiege (Privaturkunden Nr. 39)


1867

Zwischen Klostergarten und Pfarrgarten wurde eine Mauer mit Gang errichtet.

Die Konventmesse der Klosterschwestern soll ab diesem Zeitpunkt in der Schwesternkirche abgehalten werden, deshalb wurde diese hergerichtet.


1869 - 1874 Pfarrer Josef Resch


1869

Seitdem das Kloster einen eigener Beichtvater hatte, musste der resignierte Pfarrer Michael Bauer den 2. Cooperator entbehren. Der 1. Cooperator versorgte die äussere Pfarrei.
Der alte Pfarrer musste alle Sonntage den Pfarrgottesdienst abhalten und an den Werktagen an der Knaben- und Mädchenschule die „Christenlehre“ durchführen.


1869

Nachfolger des Pfarrers Bauer war Pfarrer Joseph Resch

(Mai)
Beim Wechsel der Pfarrpfründeinhaber wollte das Kloster den Pfarrhof mit Nebengebäuden um 4000 fl nebst Beteiligung an Spanndienste beim Neubau eines Pfarrhofes, erwerben. Es erfolgte eine Ablehnung.


1870

(18.10)
Neubesetzung der Beichtvaterstelle durch Jos. Nepomuk Zeindl, ehem. Pfarrer von Hundersdorf

(24.10)
Ersatzbeichtvater Michael Huber (bis 24. Mai 1871)


1871

(24.05.)
Josef Füßl (Stadtcooperator v. Amberg)


1873

(02.05.)
Spendung der Hl. Firmung durch Bischof Ignatius

Geldumstellung Gulden in Mark 1 fl = 2 M


1874

(08.04)
Pfarrer Reisch resignierte
Josef Füßl ehemaliger Beichtvater des Klosters wird 2. Cooperator


1874 - 1891 Pfarrer Josef Füßl


1876

(09.05.)
Spendung der Hl. Firmung in der Pfarrkirche durch H. Bischof Ignatius

(März)
1. Cooperatorstelle wurde in eine Expositur Reichertsdorf umgewandelt.
Früher musste täglich der 1. Cooperator den Weg von Niederviehbach nach Reichersdorf und zurück gehen.


1878

Bei der Verschönerung der Schwesternkirche wurde entdeckt, daß die Wände in früheren Zeiten mit farbigen bildlichen Darstellungen geschmückt waren.


1879

(12.07.)
Spendung der Hl. Firmung durch H. Bischof Ignatius

(24.05.)
Sterbetag des ehem. Pfarrer Bauer in Dingolfing
Wohltäter der Pfarrgemeinde Niederviehbach
- Anschaffung der Glocke
- Neues Hl. Grab für 200 fl
- einen Luster für 112 fl ( 50 fl eines anderen Wohltäters)
- Bild der Hl. Teresia, Spende an die Klosterfrauen


1880

(16.07.)
Anschaffung der Herz-Jesu Statue und am 16. Juni in der Kirche geweiht

Josef Niedermeier, nach 25 Jahren Distriktschulinspektion niedergelegt. Als Nachfolger wurde H. Georg Falk, Pfarrer in Reisbach
eingesetzt.


1881

Bau des Abortes des Klosterpensionates anstelle des Hühnerhauses des Pfarrhofes vorgesehen. Die Verhandlungen mit dem Staat dauerten bis 1884.


1884

Bau des Abortes. Als Entschädigung wurde ein Stück des Klostergartens an den Pfarrhof abgegeben. Ein früher erbauter Gang zwischen Kloster und Pfarrhof wurde abgebrochen und an neuer Stelle wieder aufgebaut.

(22.06.)
Spendung der Hl. Firmung

Von H. Zeitlmeier wurde ein metallvergoldetes Altarkreuz, 1 Lampe, 1 Altarteppich, 2 kleine Statuen der seeligsten Jungfrau und für das Krankenzimmer im Kloster einen neugotischen Altar und Lehnsessel und weiterhin noch eine Lourdes-Muttergottes gestiftet.

Ab diesem Jahr blieb die Cooperatorstelle wegen Priestermangel unbesetzt.

wurden die Kirchenstühle vom Schreiner Aigner zum Preis von 2160 M hergestellt.

Errichtung eines neuen Friedhofes (Kinderfriedhof) im oberen Teil des Schulgartens (Privaturkunden Nr. 65)


1885

Spendung des Sakramentes der Firmung.


1887

Ausmalung der Pfarrkirche, vom 16. August bis Mitte September stand Gerüst in der Kirche. Die Arbeiten im Chor hatte das Kloster zu bezahlen.
Bei der Reinigung der Seitenwände des Sommerchores fand man zweimal übertünchte Fresken. Das mittlere Bild auf der Evangelienseite zwischen dem 1. und 2. Chorfenster zeigte in Farbe 2 Persönlichkeiten in Augustinerordenskleider (vielleicht St. Augustin und St. Monika). Über den Figuren fand manTeile eines hl. Scheines, eventuell von einem Maria Trost-Bild. Darunter auf
zwei Bildfenstern kniende Klosterfrauen.
Später wurden diese Fresken mit grauer Farbe, Sandsteinimitation, und eingezeichneten weißen Mörtelfugen übermalt.


1887

Einrichtung des fließenden Wassers in das Kloster und eventuell auch in den Pfarrhof (durch Schlossermeister Gehrer aus Landshut)


1888

Spendung der Firmung in Niederviehbach durch Bischof Ignatius für die Pfarreien Niederviehbach, Oberviehbach, Veitsbuch, Hüttenkofen und Oberaichbach.


1890

... starb prakt. Arzt Dr. Xaver Gierl

(16.06.)
Eröffnung der Postexpedition in Niederviehbach für Angersdorf, Bergstorf, Buttenbach, Eschlbach, Goldern, Hörglkofen, Gummering, Hüttenkofen, Lichtensee, Niederviehbach, Niederviehbacherau, Oberviehbach, Wieselsberg, Wallperstetten und Süßbach

(September)
große Überschwemmung

(03.11.)
Neuer Arzt Dr. Putscher


1891 - 1900 Pfarrer Albert Reichenwallner


1891

(21.06.)
Am Feste des Hl. Aloisius wurde ein großer Teil der Zöglinge in die Marianische Kongrgation aufgenommen (= 300. Jubiläum des Patrons der Jugend)

Am Fest der Maria Heimsuchung Firmung in Niederviehbach

(04.07.)
Weihe der Filialkirche in Reichersdorf

(22.07.)
Priminzfeier des Mathias Hau, der Ende August nach Amerika ging

(Herbst)
Wechsel der Beichtvaterstelle, da Pfarrer Sebastian Trümmer krank wurde Neuer Beichtvater Dr. Kumpfmüller, Pfarrer in Loiching

(20.10.)
Pfarrer Füßl wechselte in die Pfarrei Sünching

(21.10.)
Neuer Pfarrer Adalbert Reichenwallner

(29.11.)
Installation des neuen Pfarrers durch Dekan Buchner mit bekränzten Schulmädchen und Fahne des Kriegervereins (Dauer 3 Std.)


1892

(September)
Klosterfriedhofserweiterung


1893

(26.2.)
Einweihung des Kreuzweges durch den Franziskanerpater aus Dingolfing - Prozession mit Allerheiligsten und 14 hölzernen Kreuzen, getragen durch 7 Knaben mit weißen Schärpen und durch 7 Mädchen mit weißen Kleidern, danach folgte die feierliche Benediktion der Kreuze und Stationen
- Die Kreuze waren aus Steinguß
- Kaufpreis von 2500 Mark aus Spenden
- Kloster spendete die 13. Station

(......) Für die Pfarrkirche wurde ein Baldachim für 575 Mark, 1 Rauchmantel 300 Mark, 2 Meßkleider (1 weiß mit Seidenstickerei - 80 Mark -, 1 schwarz mit Gold und Seide gestickt

(29.10)
Gemeinde- und Kirchenverwaltungswahlen


1894

(30.05.)
Jubelprofessfeier der Schwester Amanda v. Schenk mit feierlichem Hochamt durch Hochw. H. Pfarrer und Klosterbeichtvater Adalbert Reichenwallner (Thema der Predigt: “Danket Gott allezeit für Alles“)


1897

Pfingstmontag große Überschwemmung


1899

Einsetzen von eisernen Rohren für Kloster- und Bauhofwasserleitung


1900 - 1902 Pfarrer Schmucker


1902

Hagelschlag


1902 - 1921 Pfarrer Sebastian Allkofer


1903

neue Isarbrücke


1904

Erbauung der Lourdeskapelle (heute Grabmal Berengar - Zugang über Kirche)


1905

Errichtung der Zughaltestelle Niederviehbach


1907

... wurde unter Michael Fischer (Klosterdirektor) das Kloster um den Lehrbau, der 1994 durch den heutigen Schulbau ersetzt wurde und vorher das alte Krankenhaus der Augustinerinnen gestanden hatte, erweitert.


1908

Elektrisches Licht im Kloster und Pfarrhof.


1909

Notlandung des Zeppelin bei der Wastlmühle


1911

(12.03.)
Festgottesdienst für den 90 jährigen Prinzregenten und anschließendem Festakte im Thurnerischen Gastaus (einschließlich Speisung aller Schulkinder)

(04.10.)
Instandsetzung der Pfarrkirche (Zuschuß 14000 DM v. Kultus-Etat) - Zeitung -


1914

Ausbruch des 1. Weltkrieges


Quellenangaben:
Aufzeichnungen des Klosters
Unterlagen des Pfarrhofes (Aufzeichnungen, Vermerke der Pfarrherren)
Unterlagen Privatarchiv Girnghuber

Zusammengestellt: Johann Girnghuber
Stand 23.01.2017 (überarbeitet)


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